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Grammatik / 20. September 2018

Kommaregeln – so setzen Sie jedes Komma richtig (Teil 1)

Die Kommaregeln der deutschen Sprache sind im Grunde komplex, sodass es nicht verwunderlich ist, dass es spezielle Nachschlagewerke für die Zeichensetzung gibt. Nichtsdestotrotz muss man sich im Grunde nur wenige Kommaregeln merken, um einigermaßen sicher im Umgang mit der Kommasetzung zu sein. In unserer zweiteiligen Artikelserie bieten wir Ihnen einen kurzen Überblick über die wichtigsten Kommaregeln der deutschen Sprache. 

Regel 1: Komma trennt Aufzählungen

Die einfachste der Kommaregeln ist: ein Komma trennt Aufzählungen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob es sich um einzelne Wörter, Satzglieder oder Nebensätze handelt.

  • Der Ball war rot, blau, gelb und grün. (Aufzählung von Adjektiven)
  • Weil heute ein komischer Tag ist, die Sonne scheint, alle Leute unterwegs sind und ich Lust dazu habe, gehe ich heute Abend ins Kino. (Aufzählung von Nebensätzen)
  • Das Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ handelt von einem Esel, einem Hund, einer Katze und einem Hahn. (Aufzählung von Nomen).
Ausnahme: es wird kein Komma zwischen Adjektiven gesetzt, wenn sie nicht gleichrangig sind. Kann man sie nicht mit „und“ trennen, sind sie nicht gleichrangig.
  • Sie war in ihr schönes neues Sommerkleid verliebt. (nicht gleichrangig)
  • Sie ist ein hübsches, freundliches Mädchen. (gleichrangig)

Regel 2: Komma trennt Nebensatz von Hauptsatz

Darüber hinaus trennt ein Komma einen Nebensatz von einem Hauptsatz. Einen Nebensatz erkennt man oft daran, dass das Verb am Ende des Satzes steht. Im Hauptsatz befindet es sich an zweiter Stelle.

  • Sie war sehr glücklich, als sie endlich an ihrem Ziel ankam.
  • Ich habe mich geärgert, dass ich fast den Bus verpasst habe.
  • Als ich den Bus erreichte, war ich außer Atem. (Nebensatz – Hauptsatz)
  • Die Fähre, die ich heute nahm, war klein. (Hauptsatzanfang – Nebensatz – Hauptsatzende)

Regel 3: Komma vor Konjunktionen

In der deutschen Sprache gibt es einige Signalwörter, die anzeigen, dass vor ihnen ein Komma stehen muss. Diese Signalwörter sind die sogenannten Konjunktionen (Bindewörter). Zu diesen Konjunktionen gehören zum Beispiel: aber, wenn, jedoch, dennoch, sondern. Man unterscheidet zwischen zwei unterschiedlichen Arten von Konjunktionen:

  • Nebenordnende, entgegensetzende und einschränkende: einerseits – andererseits, aber, sondern, zum einen – zum anderen.
  • Aneinanderreihende: je – desto, nicht nur – sondern auch, bald – bald, halb – halb, teils - teils.

→ Bald war er freundlich, bald schrie er die Leute an.
→ Es ist teils anstrengend, teils entspannend.

Merke:

Bei den folgenden Konjunktionen wird kein Komma gesetzt: und, oder, beziehungsweise, entweder – oder, sowohl – als auch, weder – noch, nicht – noch, sowie.

Regel 4: Komma trennt Hauptsätze

Verbindet man Hauptsätze nicht mit „und“, so werden sie durch ein Komma getrennt. Wird wiederum ein „und“ zwischen zwei Hauptsätze gesetzt, kann man ein Komma setzen, muss man aber nicht.

  • Heike sitzt im Gartenstuhl (,) und Martin räumt die Garage auf.
  • Heike sitzt im Gartenstuhl, Martin räumt die Garage auf. (Aufzählung)

Die wichtigsten Kommaregeln bei der Kommasetzung nochmal im Schnelldurchlauf: 

  • Komma wird bei Aufzählungen gesetzt.
  • Komma steht zwischen Haupt- und Nebensatz.
  • Das Komma trennt auch Hauptsätze ohne „und“.
  • Vor Konjunktionen wie aber, jedoch, wenn, sondern, steht ein Komma.

Wir hoffen, dass Sie sich mit diesen 4 leichten, aber nützlichen Kommaregeln gut aufgewärmt haben. Das nächste Mal wird es etwas schwieriger, seien Sie also auf Teil 2 unserer Artikelreihe gespannt.

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