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Grammatik / 30. November 2017

Das Verb im Superlativ – der meistgebrauchte Superheld

Um im Konkurrenzkampf stets als bestes Unternehmen zu überzeugen, nutzt die Werbesprache häufig eine Vielzahl von Superlativen. Dabei begegnet man auch Wendungen wie beispielsweise ‚meist gelesenste‘, ‚höchst gelegenste' ‚ ‚meist geklickteste‘ oder ‚bestvermarkteste'. Allerdings können Verben der deutschen Sprache nicht im Superlativ stehen. Verben kann man konjugieren, betonen und verneinen, aber keinesfalls steigern.

Wie entsteht dieser typische Fehler beim Superlativ?

Möglicherweise tritt dieser Fehler im Schriftsprachgebrauch auf, da es bei einigen Verben ähnliche Formen gibt. Ein gutes Beispiel ist das Verb „lesen“, denn es gibt auch das Partizip „gelesen“ und die Form „gelesener“. Allerdings darf die Form „gelesener“ nicht mit einer Steigerungsform im Sinne von „mehr gelesen“ verwechselt werden. Gemeint ist lediglich die Tatsache, dass etwas gelesen wurde:

  • Ich habe das Buch gelesen.
  • Ein gelesener Artikel.
  • Ein gelesenes Buch.
  • Das meistgelesenste Buch.
  • Das meist gelesenste Buch.
  • Das meist gelesene Buch.

Wie im obigen Beispiel ersichtlich wird, ist auch die Getrenntschreibung von „Das meist gelesene Buch“ schlichtweg falsch.

Regel

Ein Buch, eine Packungsbeilage, ein Artikel oder ein Brief kann aber nur „meistgelesen“ sein. Demzufolge müsste der Satz richtig lauten: Das meistgelesene Buch.

Das Indefinitpronomen „meist“ wird in Verbindung mit einem Partizip II immer zusammengeschrieben: meistgelesen, bestverkauft, meistkommentiert und meistgekauft. Wird das Wort „meist“ im Sinne von „zumeist“ oder „in der Regel“ verwendet, muss es auseinandergeschrieben werden: Das Geschäft hat meist geschlossen. 

Beispiele

Richtig Falsch
Das bestverkaufte Album. 

Das best verkaufteste Album.

Das bestverkaufteste Album.

Das best verkaufte Album. 

Der meistkommentierte Artikel.

Der meist kommentierteste Artikel.

Der meistkommentierteste Artikel.

Der meist kommentierte Artikel.

Der höchstgelegene Gipfel.  

Der höchst gelegenste Gipfel. 

Der höchstgelegenste Gipfel. 

Der höchst gelegene Gipfel.  

Eselsbrücke

Es gibt keinen ‚erstgeborensten‘ Sohn, denn man kann nur einmal geboren werden und nicht ‚geborener‘ werden als ein anderer Mensch. Demzufolge heißt es: Der erstgeborene Sohn.

Fazit

Verben kann man nicht steigern, demzufolge können Verben nicht im Superlativ stehen. Bitte ‚superlativieren‘ Sie keine Verben und denken Sie daran, dass „meist“ in Verbindung mit einem Partizip II zusammengeschrieben wird: Das meistgelesene Buch. 

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