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Grammatik / 05. Mai 2022

Lexik: 25 Ausdrücke, von denen Sie vielleicht noch keine Ahnung hatten

Laut einer Schätzung der Duden-Redaktion umfasst die deutsche Sprache zwischen 300.000 und 500.000 Wörter.

Im alltäglichen Sprachgebrauch benötigen Nichtmuttersprachler aber nur rund 2.500 Wörter, um alles auszudrücken, was wir sagen möchten, selbst wenn dies mit komischen Umschreibungen stattfindet.

Der aktive Wortschatz eines deutschen Durchschnittssprechers wird auf 12.000 bis 16.000 Wörter (davon circa 3.500 Fremdwörter) geschätzt.

 

 Begriff

Gebrauch

Bedeutung

Balbieren

über den Löffel balbieren

Früher schoben Balbiere zahnlosen Männern beim Rasieren einen Löffel in den Mund, um sie über die eingefallenen Wangen besser rasieren zu können.

Betthupferl

Betthupferl

Als Betthupferl bezeichnet man kleine Naschereien, welche man vor dem Zubettgehen isst.

Daus

Ei der Daus!

Daus ist ein Begriff für den Teufel, der in vielen Dialekten Deutschlands noch im Ausruf der Überraschung oder zum Fluchen verwendet wird.

Federlesen

ohne viel Federlesen

Großer Aufwand, viel Tamtam, großes Getöse, viel Aufheben um etwas machen.

Fersengeld

Fersengeld geben

Wer Fersengeld gibt, flüchtet, ohne zu kämpfen oder zahlen. Ein Fersengeld mussten alemannische Männer als Strafe zahlen, wenn sie Kameraden im Krieg im Stich ließen. Auch Frauen konnten sich von ihren Ehemännern mit Fersengeld freikaufen.

Fisimatenten

Fisimatenten machen

Unsinn, Faxen oder Blödsinn bzw. alle Handlungen, die Umstände oder Probleme verursachen.

Visite(z) ma tente! Hierbei soll es sich um eine Einladung handeln, mit der die napoleonischen Besatzungssoldaten angeblich deutsche Frauen in ihr Zelt locken wollten.

Flitzpiepe

Flitzpiepe

Mensch, der nicht ernst genommen wird.

Fracksausen

Fracksausen

Angst haben.

Garaus

Jemandem den Garaus machen

Jemanden beseitigen oder töten bzw. jemandem oder seinen Machenschaften ein Ende bereiten. Garaus war einst der Ausruf „gar aus!“, der im 15. Jahrhundert in Süddeutschland die Polizeistunde ankündigte.

Hasenpanier

Hasenpanier ergreifen

Der Schwanz des Hasen steht beim Weglaufen in die Höhe. Der Ausdruck bedeutet die Flucht zu ergreifen oder fliehen.

Honigkuchenpferd

Wie ein Honigkuchenpferd grinsen

Glänzender Honigkuchen in Pferdeform. Ausdruck für jemanden, der sich über das ganze Gesicht strahlend freut. Bekannt seit 1293: Der böhmische König Wenzel II. verteilte nach einem sehr harten Winter Honigkuchen in Form eines Pferdes unter der hungernden Bevölkerung.

Hornberger

Hornberger schießen

Der Ausdruck wird gebraucht, wenn eine Angelegenheit mit großem Tamtam angekündigt wird, aber dann nichts dabei herauskommt und ohne Ergebnis endet.

Krähwinkelei

Krähwinkelei

Spießiges Verhalten und kleinstädtische Beschränktheit.

Kohldampf

Kohldampf haben

Der Ausdruck stammt aus dem Rotwelschen, der Gaunersprache: Kohler/Koll = Hunger; Dampf = Hunger. Demnach wäre Kohldampf „Hungerhunger“.

Kuratel

unter dem Kuratel stehen

Einer Vormundschaft unterliegen.

Leviten

die Leviten lesen

Leviticus, auch das 3. Buch Mose genannt, ist ein Buch der Bibel, in welchem sich Mahnungen und Vorschriften befinden. „Die Leviten zu lesen“ bedeutet jemanden zu tadeln, zu schimpfen oder zu ermahnen.

Maulaffen

Maulaffen feilhalten

Herumstehen und nichts tun; gaffen. Wer mit offenem Mund (staunend) herumsteht, hält Maulaffen feil. Ursprünglich waren Maulaffen Halterungen für Kienspäne, den sogenannten Maulaffen, die im Mittelalter und der frühen Neuzeit den armen Leuten als Beleuchtung dienten.

Nagelprobe

Nagelprobe machen

Bei der Nagelprobe handelt es sich um einen alten Trinkbrauch. Als Beweis, dass man auf das Wohl eines anderen den Becher tatsächlich bis auf den letzten Tropfen geleert hatte, wurde der Becher über dem Daumennagel der linken Hand umgedreht. Das nannte man unter Zechbrüdern "die Nagelprobe machen".

Ölgötzen

wie ein  Ölgötze dastehen

Nach dem Grimm‘schen Wörterbuch wurde der Ausdruck vor allem im Sinne von hochmütig und dumm verwendet. „Dasitzen oder dastehen wie die Ölgötzen“ steht für stumm und steif herumsitzende oder stehende Personen, die nichts zur Unterhaltung beitragen oder sich dumm stellen.

Pappenstiel

Das ist kein Pappenstiel!

Etwas ist von Bedeutung und hat einen Wert, denn das Wort Pappenstiel bezeichnet nämlich eine Kleinigkeit oder etwas Wertloses. Sagt man also „Das ist KEIN Pappenstiel!“ meint man, das ist nichts Wertloses, sondern sehr wertvoll.

Paroli

Paroli bieten

Jemandem Widerwort/Kontra geben. Kommt eigentlich aus dem Bereich des Kartenspiels (wie Kontra) und meint den Einsatz zu verdoppeln.

schlampampen

schlampampen

ausgedehnt mit Genuss essen

Schlafittchen

am Schlafittchen packen

Schlafittchen ist der Zipfel des Rocks, Kragens oder Ärmels. Verwendet wird diese Redewendung im Sinne von „jemanden am Kragen packen und am Weglaufen hindern“, ähnlich wie man Geflügel am Flügelansatz fasst.

Strandhaubitze

voll wie eine Strandhaubitze

Betrunken sein. Haubitzen stehen zur Verteidigung der Küste mit dem Rohr steil nach oben und laufen bei Gelegenheit voll.

ver­ka­se­ma­tu­ckeln

ver­ka­se­ma­tu­ckeln

Etwas genau und detailliert erklären; in kurzer Zeit eine größere Menge konsumieren.

 

 

 

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