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Grammatik / 22. August 2019

Akkusativbildung – unbestimmte Artikel richtig deklinieren

Es scheint einer der beliebtesten Sprachfehler der deutschen Sprache zu sein, denn immer häufiger liest man sogar bei großen internationalen Modeunternehmen folgende Formulierung:

  • Genießen Sie ein Rabatt in Höhe von 10 %.

Richtig müsste der Satz jedoch lauten:

  • Genießen Sie einen Rabatt in Höhe von 10 %.

Doch nicht nur im Schriftsprachgebrauch, sondern insbesondere auch im Alltag hört man Muttersprachler immer wieder bei Nomen mit maskulinem Genus im Akkusativ den unbestimmten Artikel „ein“, anstatt „einen“ verwenden, ohne dass dieser richtig dekliniert wird. Was zunächst wie reine Faulheit hinsichtlich der Aussprache klingt, hat sich im Laufe der Zeit leider als gravierender Fehler in den Sprachgebrauch eingeschlichen. Dieser Fehler ist möglicherweise auf eine nachlässige und unklare Artikulierung zurückzuführen.

 

Die Grundlage

Ebenso wie der bestimmte Artikel, zeigt auch der unbestimmte Artikel den Kasus des Nomens an, da das Nomen oft keine Information über seinen Kasus gibt. Daher ist der unbestimmte Artikel wichtig, um diese fehlende Funktion zu übernehmen. Ebenso hat die Form des Artikels (unbestimmt, bestimmt, Nullartikel) Einfluss auf die richtige Deklination des zugehörigen Adjektivs.

  • Die junge Frau kauft einen blauen Porsche.
  • Sie liebt rote Rosen.

 

Stolperfalle Akkusativbildung

Besonders häufig ist die falsche Deklination des unbestimmten Artikels bei der Akkusativbildung.

  • Die Lehrerin beobachtet einen ehrgeizigen Schüler.
  • Falsch: Die Lehrerin beobachtet ein ehrgeizigen Schüler.

Doch nicht nur die Bildung des Akkusativs, sondern auch die richtige Angleichung des Adjektivs im Dativ scheint vielen Muttersprachlern Probleme zu bereiten.

  • Richtig: Der Manager bietet einem ehrgeizigen Mitarbeiter ein höheres Gehalt an.
  • Falsch:  Der Manager bietet einem ehrgeizigem Mitarbeiter ein höheres Gehalt an.

 

Deklination des unbestimmten Artikels

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum
Nominativ ein eine ein
Genitiv eines einer eines
Akkusativ einen eine ein
Dativ einem einer einem

Abkürzungen: Nominativ (Nom), Genitiv (G), Akkusativ (Akk), Dativ (D), Maskulinum (M), Femininum (F), Neutrum (N)

 

Beispiele

  • Ein Freund (Nom, M) eines Bekannten (G, M) von mir hat einen Hund (Akk, M).
  • Ein Freund (Nom, M) eines Bekannten (G, M) von mir hat einem Hund (D, M) einen Hieb (Akk, M) gegeben.
  • Eine Bekannte (Nom, F) einer Kollegin (G, F) von mir hat eine Katze (Akk, F).
  • Ein Nachbarskind (Nom, N) mit einer lauten Stimme (G, F) hat ein Fahrrad (Akk, N).

 

Negation des unbestimmten Artikels

Nicht nur bei der richtigen Deklination des unbestimmten Artikels haben Muttersprachler Probleme, sondern auch bei der Negation des unbestimmten Artikels. Die Negation des unbestimmten Artikels ist „kein“ und wird als Negativartikel bezeichnet. Hinzukommt, dass auch der Plural einen Negativartikel besitzt. Anders ist das beim unbestimmten Artikel „ein“, denn dieser existiert im Plural nicht (Nullartikel).

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural
Nominativ kein keine kein keine
Genitiv keines keiner keines keiner
Akkusativ keinen keine kein keine
Dativ keinem keiner keinem keinen

Abkürzungen: Nominativ (Nom), Genitiv (G), Akkusativ (Akk), Dativ (D), Maskulinum (M), Femininum (F), Neutrum (N), Plural (P)

 

Beispiele

  • Ist das ein Hubschrauber? Das ist kein Hubschrauber (Nom, M), sondern ein Zeppelin.
  • Ist das ein Mädchen? Das ist kein Mädchen (Nom, N), sondern eine Frau.
  • Sind das Sessel? Das sind keine Sessel (Nom, P), sondern Sofas.

 

Fazit

Ganz gleich, ob Sie den Akkusativ mit dem Negativartikel oder dem unbestimmten Artikel bilden möchten, achten Sie unbedingt auf die Endung -en.

  • Wir räumen Ihnen keinen Rabatt ein.
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