Die deutsche Sprache ist wirklich ein Pflegefall. In der Pfalz, in Hessen und im Süden Deutschlands macht sich vermehrt die fürchterliche Sitte breit, die schwachen Verben „kaufen“ und „fragen“ falsch zu konjugieren:
- Frägst du mal die Heide nach Gabis Telefonnummer?
- Käufst du heute bei Rewe ein?
- Du frägst dich bestimmt, was ich mache.
- Du käufst ständig neue Sachen ein.
Betrachtet man sich genauer, was der Duden zu diesen beiden falsch konjugierten Verben sagt, scheint dieser bereits aufgegeben zu haben und stuft „käufst“ und „frägst“ als landschaftlich ein.
Selbst wenn der Duden die falsche Konjugation der beiden Verben zulässt, klingt sie unschön und ist schriftsprachlich falsch. Momentan sind nur die Verbformen du frägst und er/sie/es frägt im Umlauf, jedoch können sie zur Entwicklung weiterer Verbformen führen.
Wer allerdings korrektes Deutsch sprechen möchte, sollte sich merken, dass es „käufst“ und „frägst“ schlichtweg nicht gibt. Richtig heißen die obigen Beispielssätze dann:
- Fragst du mal die Heide nach Gabis Telefonnummer?
- Kaufst du heute bei Rewe ein?
- Du fragst dich bestimmt, was ich mache.
- Du kaufst ständig neue Sachen ein.
Merken Sie sich:
Man „frägt“ keine Fragen, denn man „sägt“ schließlich keine Antworten.
Wie man schwache und starke Verben richtig konjungiert
Im Deutschen unterscheidet man zwischen starken und schwachen Verben.
Dabei wird das Präteritum der schwachen und starken Verben unterschiedlich gebildet. Bei den schwachen Verben verändert sich der Stammvokal nicht und endet mit „-(e)t“; beim Partizip II erhalten sie das Präfix „ge“:
→ kaufen, kaufte, gekauft.
Demgegenüber haben starke Verben im Präteritum und manchmal auch im Partizip II einen anderen Stammvokal als im Infinitiv. Außerdem haben sie ein Suffix „-en“ im Partizip II:
→ laufen, lief und gelaufen.
Fazit
Da „kaufen“ und „fragen“ schwache Verben sind, kann sich in der 2. und 3. Person Singular kein Umlaut befinden.
„Du frägst“ und „er/sie/es frägt“ sowie „du käufst“ und „er/sie/es käuft“ gibt es nicht, korrekt ist nur „du fragst, er fragt“ und „du kaufst, er kauft“.










Comments
Viele starke Verben sind
Eingereicht von Ivan Pavelic am
Viele starke Verben sind schwach geworden, was mir gar nicht gefällt! Die Tendenz sieht man beim Verb "backen". Früher: backen, buk, gebacken und jetzt: backen, backte, gebacken, wobei backte genau genommen auch etwas anderes bedeutet! Können Sie den Unterschied zwischen buk und backte? Wie ist es beim Verb winken? Winken, wunk, gewunken? Winken, winkte, gewinkt? Winken, winkte, gewunken?
Vielen Dank für Ihre Frage
Eingereicht von Martina K. am
Vielen Dank für Ihre Frage.Die Verben "buk" und "backte" sind beide Vergangenheitsformen des Verbs "backen", aber sie unterscheiden sich in ihrer Verwendung und Nuance.- buk: Dies ist die ältere, sogenannte starke Form des Verbs. Sie wird oft in poetischen oder älteren Texten verwendet, um einen archaischen oder feierlichen Ton zu erzeugen. Es betont eher die Handlung des Backens selbst und kann eine gewisse Intensität oder Kraft ausdrücken.- backte: Dies ist die schwache Form des Verbs und wird im modernen Deutsch am häufigsten verwendet. Sie ist neutraler und beschreibt einfach die Tatsache, dass jemand etwas gebacken hat.Beispielsätze:- buk: "Die Bäckerin buk das Brot mit viel Sorgfalt." (Hier wird die Handlung des Backens besonders hervorgehoben und klingt etwas feierlicher.)- backte: "Meine Oma hat gestern einen leckeren Kuchen gebacken." (Hier wird einfach die Tatsache mitgeteilt, dass ein Kuchen gebacken wurde.)Wann welches Verb verwenden?- buk: In Gedichten oder literarischen Texten, um einen besonderen Effekt zu erzielen. In historischen Erzählungen oder Dialekten, um eine alte Sprache widerzuspiegeln.- backte: In der Alltagssprache und in der meisten modernen Literatur. Wenn es einfach darum geht, die Tatsache des Backens auszudrücken.Zusammengefasst:Während beide Verben die gleiche Grundbedeutung haben, trägt "buk" aufgrund seiner starken Form eine zusätzliche emotionale oder stilistische Nuance. "Backte" hingegen ist die allgemein übliche Form im modernen Deutsch.Die Konjugation des Verbs "winken" hat sowohl eine starke als auch eine schwache Form im Partizip Perfekt.Die korrekte Konjugation lautet:- Präsens: ich winke, du winkst, er/sie/es winkt - Präteritum: ich winkte, du winktest, er/sie/es winkte- Perfekt: ich habe gewinkt, du hast gewinkt, er/sie/es hat gewinktWarum gibt es zwei Formen im Perfekt?- gewinkt: Dies ist die schwache Form und wird heute am häufigsten verwendet. Sie ist grammatisch korrekt und entspricht der üblichen Bildung des Partizip Perfekt in der deutschen Sprache.- gewunken: Dies ist die starke Form und stammt aus älteren Sprachstufen. Sie wird heute eher umgangssprachlich oder in bestimmten Dialekten verwendet und klingt oft etwas veraltet.Fazit:- gewinkt ist die standardsprachlich korrekte Form.- gewunken ist zwar nicht falsch, aber eher umgangssprachlich oder regional gefärbt.Wann welches verwenden?- gewinkt: In der Regel immer, wenn man die einfache Vergangenheit ausdrücken möchte- gewunken: Wenn man einen besonders informellen oder regional geprägten Stil anstrebt oder wenn man einen bestimmten Effekt erzielen möchte (z.B. um etwas Althergebrachtes oder Traditionelles auszudrücken).Beispielsätze:- Ich habe meiner Freundin gewinkt. (korrekt und üblich)- Der alte Mann gewunken uns freundlich zu. (umgangssprachlich, aber verständlich) // Das sollte natürlich heißen: Der alte Mann hat uns freundlich gewunken.Wichtig: Während "gewunken" nicht falsch ist, soll man es in formellen Kontexten oder wenn man einen besonders gepflegten Sprachstil anstrebt, eher vermeiden.
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