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fugen-s, komposita, substantivkomposita, fugenelement, substantiv, bestimmungswort, grundwort
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Grammatik / 03. September 2020

Fugen-s

Wer sich einmal über das Fugen-s Gedanken gemacht hat, merkt schnell, dass es keine einheitliche Regel gibt. Es gibt mehr Ausnahmen und Fälle mit schwankendem Gebrauch als Anhaltspunkte, wann das Fugen-s gebraucht wird. Im folgenden Artikel haben wir versucht, einige Tipps für den richtigen Gebrauch des Fugen-s zusammenzustellen.

Von Substantivkomposita spricht man, wenn Substantive aus mindestens zwei selbstständigen Wörtern zusammengesetzt sind. Dabei gilt das erste Glied als Bestimmungswort und das letzte Glied, welches auch ein Substantiv ist, bezeichnet man als Grundwort. Die Mehrzahl der Substantivkomposita werden ohne Fugenelement oder Fugen-s gebildet. Einige Beispiele hierfür sind Abendsonne, Regenschauer und Tischplatte.

Bei rund 30% der Substantivkomposita wird allerdings 
zwischen dem Bestimmungswort und dem Grundwort
ein Fugenelement eingefügt. 

 

Wann steht ein Fugen-s?

  • Wenn das Bestimmungswort auf -heit, -keit-, igkeit, -ing, -ling, -sal, -schaft, -ung, -at, -ion, -tät oder -um endet, wird das Substantivkompositum mit Fugen-s geschrieben: Freiheitsliebe, Machbarkeitsstudie, Reinlichkeitsgebot, Altertumsforschung.
  • Substantivkomposita, deren Grundwort von einem substantivierten Infinitiv begleitet wird, erhalten ebenfalls ein Fugen-s: Essensreste, Lebensfreude und Verhaltenstherapie.
  • Außerdem steht das Fugenelement bei vielen Maskulina und Feminina, die von Verben abgeleitet werden und eine Vorsilbe haben: Verlaufsform.
  • Ein Fugen-s wird in Substantivkomposita gesetzt, welche das Substantiv Armut als Bestimmungswort haben: Armutskrise, Armutsgebiet, Armutszeugnis.
  • Wenn das Substantiv ein Bestimmungswort ist und die Bedeutung von Historie hat: Geschichtshaus, Geschichtsstätte, Geschichtsbuch.
  • Substantivkomposita, die das Substantiv Liebe als Bestimmungswort haben: Liebeslied, Liebeswahn und Liebesbeweis.

 

Wann nutzt man kein Fugen-s?

  • Bei Zusammensetzungen, deren Bestandteil feminin ist und nicht auf -ion, -tät, -heit, -keit, -schaft, - sicht, -ung oder einen Zischlaut endet: Naturschutz, Redezeit, Gästezimmer, Lageplan.
  • Bei Zusammensetzungen, deren Bestandteil auf -er endet: Feierabend, Zigeunerschnitzel, Ritterburg, Steuererklärung; Ausnahmen sind Hungersnot, Jägersmann.
  • Bei Zusammensetzungen, deren erster Bestandteil auf -el endet: Mandelmilch, Nebelmaschine, Kabelsalat; Ausnahmen sind Engelsgesicht, Himmelskörper.
  • Bei Zusammensetzungen, deren erster Bestandteil auf -en endet und kein substantiviertes Verb ist: Gartentür, Nebenhaus, Ladenzeile.
  • Bei Zusammensetzungen, deren erster Bestandteil mit einem Zischlaut endet (-sch, -s, -ss, -ß, -st, -tz, -z): Grußwort, Lastschrift, Sitzecke.

 

Ein schwankender Gebrauch des Fugenelements

  • Bei Zusammensetzungen mit -steuer, -straße: Einkommen(s)steuer, Bahnhof(s)straße.
  • Bei Zusammensetzungen mit einem Partizip als zweitem Bestandteil: verfassung(s)gebend, krieg(s)führend.

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