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Grammatik / 26. Juli 2018

Was ist der Unterschied zwischen „seid“ und „seit“?

Im letzten Wahlkampf warb eine große deutsche Partei für mehr Bildung und leistete sich dabei einen gravierenden Rechtschreibfehler, als es um die Unterscheidung von „seit“ und „seid“ ging.

„7200 Lehrer mehr seid 2010“, hieß es in einem Anzeigentext. Richtig wäre an dieser Stelle „seit“ gewesen. Dabei steht die Partei mit diesem gängigen Fehler nicht alleine, denn in der deutschen Sprache zählt er zu den häufigsten Fehlern.

Warum „seit“ und „seid“ häufig falsch geschrieben werden

In der deutschen Sprache gibt es beide Schreibweisen, wobei beide Varianten gleich ausgesprochen werden, aber vollkommen unterschiedliche Bedeutungen haben. Außerdem gehören beide Wörter einer anderen Wortart an.

Der Unterschied zwischen „seit“ und „seid“

Damit Sie sich die richtige Verwendung der beiden Wörter besser einprägen, sollten Sie sich zunächst merken, dass „seit“ immer in Verbindung mit einer Zeitangabe steht, wohingegen „seid“ ein Verb in der zweiten Person Plural ist. „Seid“ ist eine flektierte Form des Verbs „sein“. 

Singular Plural
ich bin wir sind
du bist ihr seid
er/sie/es ist

sie sind

„Seit“ als Präposition

Möchte man einen Zeitpunkt oder eine Zeitspanne angeben, nutzt man „seit“ als eine temporale Präposition. Einem „seit“ folgt demzufolge meist eine Zeitangabe.

Beispiele: 

  • Ich kann seit meinem 6. Lebensjahr lesen und schreiben.
  • Seit 14 Tagen scheint die Sonne.
  • Ich lerne seit Langem Italienisch.
  • Sonja spricht seit gestern nicht mehr mit mir.

Seit als Konjunktion

Als Konjunktion verbindet „seit“ Wörter, Wortgruppen oder Satzglieder miteinander. Auch in diesem Fall drückt „seit“ eine Zeitangabe aus. Oftmals kann man statt „seit“ auch „seitdem“ verwenden.

Beispiele: 

  • Seit/seitdem er regelmäßig seine Vokabeln übt, bekommt er bessere Noten.
  • Seit/seitdem du nicht mehr in meinem Kurs bist, ist mir langweilig.

„Seid“ als Verb

Bei „seid“ handelt es sich immer um eine Verbform des Infinitivs „sein“. Manchmal, aber nicht immer, erscheint das Personalpronomen „ihr“ im Satz. In einem Imperativsatz kann das „ihr“ allerdings fehlen.

Beispiele: 

  • Seid ihr gut angekommen?
  • Ihr seid doch verrückt!
  • Wann seid ihr wieder da?
  • Seid bitte leise!

Eselsbrücken

Um sich die entsprechende Regel besser zu merken, können folgende Eselsbrücken hilfreich sein: 

  • Seit benutzt man für Zeitangaben: ZeiT = SeiT.
  • Das t in „seit“ steht für „Tempus“ oder „Time“.
  • Seid, das Verb, so merke dir, bezieht sich immer auf „ihr“.
  • Bei einer Frage mit „seid“ beinhaltet die Antwort „sind“.
  • Seid ihr gut angekommen? Ja, wir sind gut angekommen.
  • SeiD gehört zu sinD. 

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