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Interessantes / 19. April 2018

Daniela Katzenbergers tief dekolletierte Sprüche

Ein freches Mundwerk, zu viel Make-up und ein klassischer Barbie-Look – die Blondine mit ihren knallharten Sprüchen ist nicht jedermanns Sache.

Doch viele Deutsche lieben die offenherzige Daniela Katzenberger, weil sie so authentisch ist. Dies beruht anscheinend darauf, dass die 24-jährige Pfälzerin meist Sprüche klopft und mehrmals täglich zugibt, dass sie „nichts in der Birne hat“. Laut den Tübinger Medienwissenschaftlern Bernhard Pörksen und Wolfang Krischke ist sie die Galionsfigur einer demonstrativen Kultur der Unbildung, mit der das Unterschichtenfernsehen – kurz „Uschi“ – sich bestens identifiziert. Castingshows und Reality-TV generieren diese Art Stars, um die Bedürfnisse von Voyeuren zu befriedigen.

Wie Helmut Thoma sagt: „Das Bedürfnis zu gaffen ist der Urtrieb der Affen, und mittendrin thront Daniela Katzenberger als prima Primatenbraut.“ 

Als Daniela Katzenberger in der Auswandershow „Goodbye Deutschland“ nach Amerika reiste, um in Hugh Hefners Playboyvilla zu gelangen, hatte sie nicht einmal Konkurrenten in einer Castingshow, um berühmt zu werden. Zusammen mit Vox und ihren medienwirksamen, coolen Sprüchen hat die Erfolgsblondine es allein ganz nach oben geschafft.

Inhaltlich mögen die Sprüche der Blondine zwar unterhaltsam sein, doch grammatikalisch sind sie katastrophal. Und obwohl sie der Meinung ist, sie sei „außen Barbie, innen Einstein“, sind besonders die Kommentare bezüglich ihrer Intelligenz sehr amüsant.

Mit der Äußerung „Wenn ich so wäre, wie ich aussehe, hätte ich ja kaum mehr Hirnzellen wie ein Toastbrot“, schießt die Katze nicht nur grammatikalisch vollkommen daneben, sondern lässt die Aussage auch inhaltlich hinsichtlich der Richtigkeit fraglich erscheinen.

Dabei ist nicht nur die Satzstruktur haarsträubend, sondern auch das Vergleichspartikel schlichtweg falsch gewählt. Doch wenigstens ist die Katze nicht allein und wandelt gemeinsam mit der Als-Wie-Heidi, dem Kaffeebotschafter Hape Kerkeling und Grammatikprofi Verona Pooth im Labyrinth des deutschen Sprachirrsinns. Damit sie weiterhin erfolgreich ist, hat sie jedoch glücklicherweise erkannt, dass ihr Aussehen höchste Priorität hat und ein Intelligenztest keine gute Idee ist:

  • Was man nicht im Kopf hat, muss man im Körbchen haben.
  • Ich werde nie einen Intelligenztest machen, so schlau bin ich auch.

Und da es mit der Grammatik nicht sonderlich gut funktioniert, konzentriert sich die Katze lieber auf die eloquente Wortwahl:

  • Das Leben ist wie ein Schlübber. Entweder er sitzt oder er ist beschissen.
  • Du musst erst Scheiße fressen, bevor du Sahne auf den Teller kriegst!
  • Man muss halt manchmal lachen, auch wenn man Bock hat zu kotzen.
  • Ist der Magen erst ruiniert, lässt sich's reiern ungeniert.

Ob die Katze eine eloquente Glanzleistung vollbracht hat und in die Bestsellerliste der Weltliteratur aufgenommen wird, sei dahingestellt. Möglicherweise schenkt sie aber ihrem Aussehen mehr Aufmerksamkeit als der richtigen Wortwahl und Grammatik:

  • Immer reden alle über meine Augenbrauen! Ich hab ja schließlich auch noch Brüste.
  • In meinem Körper steckt mehr Geld als auf meinem Bankkonto.
  • Ich bin nicht selbstverliebt, ich sehe mich nur einfach gern.
  • Wer gut schminkt, braucht weniger Schlaf!
  • Drogen machen bescheuert, Alkohol blöd und Nikotin hässlich. Sollen andere Leute ihr Geld doch für Zigaretten ausgeben – ich kauf mir lieber eine neue Haarfarbe oder einen tollen Busen.
  • Im Leben zählen die inneren Werte, auch Silikon.

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