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Interessantes / 08. Dezember 2016

Deutsch-slowenische Beziehungen: wie slowenische Strukli noch heute beideutscht gehen

Als eine slowenische Übersetzungsagentur sind wir ganz natürlich Experte im Slowenischen und zweifellos auch in Fremdsprachen.

Haben Sie aber gewusst, dass Slowenien eine sehr starke historische Anbindung an die deutsche Sprache hat? Ja, ein Großteil des heutigen Sloweniens (Krainer, Steirer, Kärntner) sprach in der Vergangenheit deutsch und noch bis heute sind in slowenischen Dialekten viele Wörter deutscher Herkunft erhalten worden.

Wo heute die Schengen-Grenzen zwischen Österreich, Italien und Slowenien verlaufen, gab es vor 100 Jahren noch keine. So konnte man so weit im Osten wie in Postojna noch problemlos auf Italienisch kommunizieren, Slowenisch befand sich, wie das Volkslied beschreibt, noch „gor čez Isaro“ (oberhalb der Isar), während die südliche deutsch-slowenische Sprachgrenze im Ort Tüffer verlief, etwa 10 km südlich von unserem Hauptsitz Cilli. Wenn diese Ortbezeichnungen Ihnen wenig sagen: es handelt sich um den heutigen Kurort Laško und die Hauptstadt der Südwest-Steiermark, Celje.

Da die Sprachen sich so sehr unterscheiden, machte das die Kommunikation manchmal fast unmöglich. Wie man z. B. Strukli zubereitet (was eigentlich „Štruklji“ geschrieben wird und ein slowenisches Gericht aus Teig und Quark bezeichnet), konnte ein Krainer (d. h. ein Slowenisch sprechender Bewohner Zentralsloweniens) seinem deutschsprachigen Gast nicht einfach übersetzen oder beibringen, sondern er musste es „dotajčati“, was so viel wie „beitaitschen“, also „beideutschen“ bedeutet – jawohl, jeder, der aus München nach Salzburg kommt und dann weiter südlich reist, erfährt schnell, dass „Deutsch“ schrittweise durch „Taisch“ oder „Taitsch“ ersetzt wird.

Später, wenn der deutsche Gast das Gericht in der eigenen Küche zubereiten wollte, konnte die Sache jedoch rasch schiefgehen, indem der Quark sich einfach im Wasser auflöste und der Teig zu Kleber wurde. In diesem Fall war das Essen „pofrtajčen“/„vertaitscht“, also „verdeutscht“.

Diesen Begriff darf man keinesfalls gleich als „verdorben“ verstehen („deutsch“ konnte doch kein Synonym für schlechte Qualität sein), sondern das Rezept war lediglich „nicht korrekt ins Deutsche übersetzt“ worden.

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