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Interessantes / 13. Februar 2020

Österreicher in Lateinamerika

Im 19. Jahrhundert wanderte vor allem die verarmte Bevölkerung aus alpinen Bergtälern sowie Abenteurer nach Lateinamerika aus, um hier ihr Glück zu versuchen.

 

Mexiko, Argentinien und andere Staaten Lateinamerikas wurden zwischen 1938 und 1945 Zufluchtsort für österreichische Juden,
die dort auf deutschsprachige Communities trafen,
die bereits Organisationen der Partei gegründet hatten,
welche die Juden in die Flucht getrieben hatten: die NSDAP.  

 

Wo in Lateinametika ließen sich die Österreicher nieder?

Meist suchten landlose Knechte und Mägde, religiöse Abweichler und Abenteurer eine neue Heimat in Lateinamerika. 1859 ließen sich rund 150 aus Tirol und dem Rheinland angeworbene Einwanderer in Pozuzo in Peru nieder, die ebenso wie die Einwanderer der Colônia Tirol in Espirito Santo in Brasilien einen Tiroler Dialekt sprechen.  Die vertriebenen Protestanten aus dem Zillertal wanderten 1856 und 1860 nach Chile aus. In den 30er Jahren fanden 14 Auswanderungstransporte mit 800 Österreichern nach Brasilien statt, die dort den Ort „Dreizehnlinden“ gründeten.  Dadurch entstanden im Laufe des 19. und 20. Jahrhundert österreichische Auswanderergemeinden, die mit den deutschen Gemeinden in Kontakt traten. Bei diesen Einwanderungsströmen handelte es sich nicht nur um arme Bergbauern, sondern auch Einwanderer, die insbesondere in Guatemala, große Ländereien für den Kaffeeanbau und andere Exportgüter besaßen. 

 

Ortsgruppen der NSDAP in Lateinamerika

Als die Stimmen für die NSDAP in Deutschland wuchsen, wurden die Auslandsdeutschen und Auslandsösterreicher, die mit deutschnationalen Ideologien sympathisierten, auf die Partei aufmerksam. Somit entstanden in Lateinamerika die ersten Ortsgruppen der NSDAP außerhalb Europas. Auch in Guatemala organisierten sich Ortsgruppen der NSDAP, die die deutschen Institutionen Guatemalas fest im Griff hielten.

 

Jüdische und antifaschistische Flüchtlinge in Guatemala

Auf jene Organisationen trafen aber auch die Flüchtlinge, welche 1933 nach dem Novemberpogrom aus Deutschland und Österreich nach Lateinamerika flüchteten. Aufgrund der nationalsozialistischen Gesinnung in den bestehenden deutschen und österreichischen Gemeinden fanden sie jedoch kaum Ansprechpartner, sondern integrierten sich in den neuen Heimatländern und fanden Anschluss unter antifaschistischen Emigranten und in jüdischen Gemeinden. Insbesondere Mexiko wurde zum Anziehungspunkt für antifaschistische Flüchtlinge aus Europa, deutsche Kommunisten und österreichische Juden. Einige österreichische Juden und antifaschistische Flüchtlinge wanderten jedoch nach Guatemala aus.

 

Exilland für Kriegsverbrecher

Am 5. Januar 1942 wurden zahlreiche Deutsche im ganzen Land auf Anordnung der guatemaltekischen Regierung festgenommen, um auf dem Kriegsschiff der US-Marine außer Land und in die „Alien Detention Camps“ (Fremdenauffanglager) gebracht zu werden. Zwar wurden die Ortsgruppen der NSDAP zu Kriegsende aufgelöst, dennoch kamen nach 1945 neue Flüchtlinge hinzu. Diese flüchteten nicht etwa vor dem faschistischen totalitären Regime, sondern vor der Demokratie und der Justiz. Lateinamerika wurde zum Exilland nationalistischer Kriegsverbrecher.

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