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Grammatik / 04. Oktober 2018

Kommaregeln – so setzen Sie jedes Komma richtig (Teil 2)

Ich hoffe, Sie haben sich alle wichtigen Regeln aus dem ersten Teil unserer Artikelreihe zum Thema „Kommasetzung“ merken können. Im folgenden Beitrag möchten wir Ihnen nun 4 weitere Regeln vorstellen, mit denen Sie das „Strichmännchenspiel der deutschen Sprache“ gekonnt meistern können.

Regel 5: Komma bei Hervorhebungen

Wörter, die eigentlich nicht zum Satz gehören, sondern eine Erklärung, eine Unterbrechung oder eine Hervorhebung sind, werden mit Komma abgetrennt.

  • Julia, wir sehen uns morgen. (Anrede)
  • Nein, so ist das nicht! (Ausrufe)
  • Am Sonntag, trotz der Hitze, fuhr ich Fahrrad. (Unterbrechung)
  • Das ist meine Großmutter, die Frau mit dem bunten Kleid. (Erklärung)
  • Montag, den 25. Juni 2018, habe ich keine Zeit. (Datum)

Regel 6: Abtrennung von anderen Satzteilen

Doch das Komma trennt nicht nur Nebensätze, sondern auch andere Satzteile, die man nicht vom Hauptsatz abtrennen kann. Oftmals hilft dies, um den Sinn zu verdeutlichen.

  • Sie antwortet, sie könne nicht mehr atmen. (Indirekte Rede)
  • Laut weinend, warf sie sich in die Arme ihrer besten Freundin. (Partizip)
  • Sie war überzeugt davon, den Schlüssel verloren zu haben. (Erweiterter Infinitiv)

Regel 7: Partizip- und Infinitivgruppen

Partizip- und Infinitivgruppen werden durch ein Komma getrennt, sofern sie durch ein hinweisendes Wort angekündigt werden, zwischen Subjekt und Prädikat eingeschoben sind oder als Infinitivgruppe mit den Wörtern „um, ohne, statt, außer oder als“ eingeleitet werden.

Lisa, aus voller Verzweiflung schreiend, rannte wie wild durch den Garten. (Partizip)
→ Bei einem einzelnen Partizip wird kein Komma gesetzt.

  • Schreiend rannte sie durch den Garten.

→ Kündigt ein hinweisendes Wort die Partizipgruppe an, steht ein Komma.

  • Aus voller Verzweiflung schreiend, so rannte sie durch den Garten. Sie schrie, ohne zu atmen. (Infinitivgruppe)

Regel 8: Erläuterungen werden durch Komma getrennt

Möchte man eine Erläuterung an den Satz anhängen, trennt man diese durch ein Komma ab. Befindet sich die Erläuterung mitten im Satz, wird sie von Kommata eingeschlossen. Erläuterungen werden häufig durch Konjunktionen angezeigt: also, besonders, das heißt, insbesondere, nämlich, und zwar.

  • Birgit mag Blumen, besonders Rosen.
  • Es war bereits 23 Uhr, das heißt es war schon dunkel.

Ein erklärender Zusatz (Apposition, Beisatz) oder eine Erläuterung, die sich in der Satzmitte befindet, wird von Kommata eingeschlossen.

  • Mein Onkel, ein Tierarzt, hat meinen Hund geheilt.
  • Rita, meine Nachbarin, hat einen schönen Garten.

Alle Kommaregeln im Überblick:    

  1. Komma zwischen zwei Hauptsätzen und Aufzählungen.
  2. Komma bei Hervorhebungen.
  3. Komma zwischen Haupt- und Nebensatz.
  4. Komma folgen vor Konjunktionen wie beispielsweise: aber, jedoch, wenn, sondern.
  5. Bei Partizip- und Infinitivgruppen.
  6. Nach direkter Rede, Anreden und Ausrufen.
  7. Wohnungs-, Zeit- und Literaturangaben.
  8. Erläuterungen werden durch ein Komma abgetrennt; Beisätze von Kommata eingeschlossen.   

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